Die These ist noch nicht allzu alt und ich halte sie auch für nicht allzu verwegen: 2040 stellen die vier größten Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China (kurz BRIC) eine stärkere Wirtschaftsmacht dar als die G 6-Staaten USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien.
Diese These stammt von Goldman Sachs' Chefvolkswirt Jim O'Neill, der auch den Begriff BRIC geprägt hat. In einem aktuellen Interview gegenüber Euro am Sonntag spricht er über aktuelle Chancen und Risiken in Brasilien, Russland, Indien und China. Und O'Neill macht Mut, indem er China kurzfristig als den spannendsten internationalen Markt ansieht und feststellt, dass dortige Konjunkturprogramm auch tatsächlich anzuschlagen scheinen.
Zu Indien äußert er sich wie folgt:
Langfristig bleibt Indien am attraktivsten – wegen seiner gesunden Bevölkerungsstruktur. Aber kurzfristig ist China interessanter, weil es die aktuellen Probleme unbürokratischer anpackt. China ist zurzeit sogar der interessanteste Markt weltweit. Die Frage dabei ist: Wird das Land sein Wirtschaftswachstum aufrechterhalten können, oder wird es dasselbe Schicksal wie Russland ereilen? Sollte sich China erfolgreich behaupten, wird das Länder auf der ganzen Welt zu mehr direkten staatlichen Beteiligungen ermutigen – so, wie sie in China üblich sind.