Warum Technologieunternehmen die Macht der Marke entdecken sollten

Gestört vs. Gehemmt

Ich möchte Ihnen diesen Artikel aus der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins brandeins ans Herz legen: Die Gestörten.

In dem Artikel wird die Frage behandelt, was Menschen dazu bringt, kreativ zu sein. Kreativ, um neue Möglichkeiten zu entdecken. Kreativ, um durch Perspektivwechsel Innovationen voranzutreiben. Hierzu werden zwei Menschentypen benannt: Die Gehemmten, das sind diejenigen, die nichts hinterfragen, die Erfüllung im Dienst nach Fortschritt finden. Die anderen sind Die Gestörten. Das sind diejenigen, die Dinge hinterfragen, gerne auch mal als lästig gelten, bei denen Genie und Wahnsinn dicht beieinander liegen.

Hierzu heißt es in dem Artikel:

Kein ernsthafter Ã-konom zweifelt heute daran, dass Ideen und Kreativität das wichtigste Wirtschaftsgut des 21. Jahrhunderts sein werden. Für die Gehemmten spielt das bisher keine oder kaum eine Rolle. Sie werden aber sehr schnell und sehr gründlich lernen müssen, dass ohne die Gestörten nichts mehr läuft. Im Laufe der Geschichte waren die Kreativen vor allen Dingen: außenseiter, Verrückte, Spinner, Irre, die man zu Lebzeiten gern an den Rand der Gesellschaft drängte – um von ihren Ideen auch noch lange nach ihrem Ableben prächtig zu leben. Die Kulturgeschichte ist voller einschlägiger Erfahrungen: Kaum ein neues Kunstwerk, eine Erfindung, eine Neuerung, die sich nicht gegen hartnäckigen Widerstand der Gehemmten hätte behaupten müssen. Neid, Dummheit und Ignoranz haben sich stets als verlässlichere soziale Kräfte erwiesen als die Einsicht, dass neue Ideen auch zu einem besseren Leben für alle führen können. Möglich war das, weil der Anteil der Kreativen in der Gesellschaft immer klein war. Sie spielten zwar die entscheidende Rolle, wenn es um Fortschritt, Erfindung, Entdeckung und Kultur ging, ihr Platz war aber eindeutig der Hinterhof und Keller der Gesellschaft. Nur gelegentlich und zeitweilig wurden die nützlichen Idioten auch mal von den Machthabern in die Beletage geladen. Doch an den Verhältnissen änderte sich dabei nichts: Aus der Reihe der Gehemmten rekrutierten sich die, die das kreative Potenzial der Gestörten ausbeuteten und nutzten. Die Gehemmten nannten sich Praktiker, während man die Gestörten zu Theoretikern machte. Das lernen bis heute alle schon in der Grundschule. Die Kreativen sind zerstreut, wuselig, irgendwie nicht lebenstauglich. Erst durch die feste und ordnende Hand der Praktiker werden ihre Ideen nützlich. Kreativität ist demnach ein Rohstoff, so wie Kohle und Ã-l, der erst durch eine starke latent gehemmte Klasse zu etwas Nützlichem wird.

Und ich frage mich: Was bedeutet das für uns in Deutschland, in dem die Menschen immer älter werden, wobei ich unterstelle, dass mit zunehmendem Alter auch die Bereitschaft zum Querdenken eher abnimmt. Ich hoffe, ich täusche mich da.


NO COMMENTS
Post a comment

Impressum