
Ich bin heute auf einen Artikel auf Spiegel-Online gestoßen, in dem recht umfangreich die Fraunhofer Gesellschaft portraitiert und ihre einzigartige Stellung in der Forschungslandschaft (zumindest innerhalb Deutschlands, zum Teil auch global) beschrieben wird.
Was die Fraunhofer im Vergleich zu anderen Forschungsgesellschaften auszeichnet ist die enge Verzahnung ihrer forschung mit der Industrie. So wird in den 80 Instituten bundesweit nicht allein Grundlagenforschung betrieben. Vielmehr geht es darum, der Industrie zu dienen, damit diese auf Basis der Forschungsergebnisse neue Produkte und Verfahren anwenden können, um in globalen Wettbewerb Vorsprünge gegenüber der Konkurrenz zu erzielen. Das lassen sich die Fraunhofer natürlich ordentlich bezahlen, aber das ist ja auch nur selbstverständlich.
Natürlich kommt der Artikel nicht ohne das medienwirksamste Beispiel MP3 aus. Das heutige Standardformat zur Komprimierung von Audiodateien wurde einst am Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen entwickelt. Nur wollte es zu dem Zeitpunkt niemand haben.
Der Artikel endet mit den Worten, dass es auch für Forscher manchmal notwendig sei, zur richtigen Zeit am richtigen Ort seine Forschungsergebnisse zu veröffentlichen. Ich möchte hier kurz einhaken und frage mich, ob es nicht auch darauf ankommt, die richtige Zeit und den richtigen Ort selbst zu bestimmen – das wäre Technologie-Marketingkommunikation vom Allerfeinsten.