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Aus der Praxis
von Eric Wilde am 17.04.07

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) schätzt den Schaden durch Produktpiraterie allein für 2006 auf über fünf Mrd. Euro. Nun will der Verband mit der breit angelegten Kampagne "Pro Original" gegensteuern. Der Startschuss dafür wurde gestern auf der Hannover Messe gegeben.
"Wir kämpfen seit Jahren mit allen traditionellen rechtlichen Mitteln gegen Produktpiraterie. Nun versuchen wir, den Kunden klar zu machen, dass es besser ist, Originalprodukte zu kaufen", erklärt VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse im Gespräch mit pressetext. Die Kampagne zielt vor allem auf China ab, das von der Mehrheit der Unternehmen als Haupt-Ursprungsland und Absatzmarkt der Nachbauten angesehen wird. Auf Messen und über Broschüren will der VDMA nun bei den asiatischen Käufern die Bewusstseinsstruktur stärken. "Wir beobachten, dass selbst die Chinesen nachdenklich werden, weil auch chinesische Unternehmen die Produkte der landeseigenen Konkurrenz nachbauen", so Hesse.
Zunehmend würden komplette Maschinen nachgebaut. "Während vor einem Jahr der Komplettnachbau noch bei 43 Prozent lag, liegt er heute bereits bei 60 Prozent", betont VDMA-Präsident Dieter Brucklacher. Es folgen Ersatzteile mit 42 Prozent und Komponenten mit 41 Prozent. Über zwei Drittel der Unternehmen werden einer aktuellen VDMA-Studie zufolge durch eigene Marktkenntnisse auf Plagiate aufmerksam. Gut die Hälfte konnten Plagiate der eigenen Waren auf Messen ausmachen. Die Produktpiraterie sorgt nach Einschätzung der Unternehmen für teils erhebliche Umsatzeinbußen. 18 Prozent der Unternehmen melden Umsatzrückgänge von zehn Prozent und mehr. Vier Prozent rechnen mit Einbußen von 20 Prozent.
Langfristig sehen über drei Viertel der betroffenen Maschinenbau-Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die Produktfälschungen bedroht. Zunehmend will man das Problem nun mit präventiven Maßnahmen angehen. Dazu gehören etwa der technologische Kopierschutz, aber auch bei den Käufern will man ansetzen, um dort ein Bewusstsein für den Wert von Originalprodukten zu schaffen. An diesem Punkt setzt die Kampagne "Pro Original" an, die sich vorrangig zuerst an den Maschinenbau richtet, aber auch offen für weitere Branchen ist. "Die visuelle Klammer der Kampagne ist ein Logo mit dem Motto 'Choose the Original - Choose Success'. Die Kernargumente sind somit Qualität, Innovation, Effizienz, Erfahrung und Sicherheit", erklärt Brucklacher.
Für 2007 strebt der deutsche Maschinenbau das vierte Rekordjahr an. "Die Auftragseingänge unserer Branche laufen nach wie vor im zweistelligen Bereich und zwar im Inland wie auch im Ausland", sagt der VDMA-Präsident. Die Wachstumsprognose von vier Prozent könne durchaus übertroffen werden, gibt sich Brucklacher trotz Behinderung durch Produktpiraterie optimistisch. Der VDMA hoffe darüber hinaus auf eine Fortsetzung des Trends im Jahr 2008.
Quelle: www.pressetext.de
Permalink: "Pro Original" gegen Produktpiraten
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Wong
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Kommentar von:
Sylvia Lohdamm
(20.03.08 13:28 Uhr)
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Betrug der geschätzte Wert von verkauften Fälschungen weltweit im Jahr 1995 noch ca. 20 Millionen Euro, so waren es im Jahr 2005 schon rund 213 Millionen Euro.
Solange jedoch zunächst der Preis ausschlaggebend für eine Kaufentscheidung ist, werden Wirtschaftsfahnder und Detekteien hier wohl gegen Windmühlen kämpfen!
Produkt- und Markenpiraterie gefährdet aber Arbeitsplätze in Deutschland und Westeuropa und muss deshalb konsequent bekämpft werden. "Produktpiraterie wird zum größten Verbrechen im 21. Jahrhundert", prophezeit Maria Livanos, Präsidentin der Internationalen Handelskammer in Genf. Die Gewinnspanne bei Produkt- und Markenpiraterie ist oftmals höher als beim Drogenhandel, das Risiko wegen der laschen Verfolgung durch die Justiz sehr gering. Im Jahr 2003 wurden in Deutschland von 2426 Tatverdächtigen nur 106 zu Geldstrafen verurteilt, keiner zu einer Freiheitsstrafe oder Bewährung. Strafbar ist nur der Handel mit nachgemachten Produkten, nicht aber deren Besitz!