Warum Technologieunternehmen die Macht der Marke entdecken sollten

Punktgenauer Laser liegt doch meilenweit daneben

Heute ist mir eine Anzeige der Newport Spectra-Physics GmbH in die Finger gekommen. Zunächst einmal eine Anzeige, wie jede andere in diesem Sektor auch. Beworben wird ein "erstklassiger Kurzpuls-Oszillator, der mit einem einzigen Spiegelsatz einen bisher unerreichten Abstimmbereich von 700 bis 1080 nm liefert".
Mir als Laie in dieser Materie sagt das genau gar nichts. Was man mit dem Gerät anfangen kann, erschließt sich mir auch nicht. Das dürfte allerdings noch relativ egal sein, da die Anzeige im Wissenschaftsmagazin der Max-Planck-Gesellschaft geschaltet wurde – hier macht eine technik- und faktenverliebte Anzeige sicherlich noch Sinn – anders wäre es, würde diese Anzeige in Publikumsmagazinen geschaltet.
Warum mir diese Anzeige dennoch schwer im Magen liegt, ist die Instinktlosigkeit, die bei der Namensgebung für den "erstklassigen Kurzpuls-Oszillator" zum Vorschein kommt. Das gute Gerät hört auf den Namen Tsunami HP.
Tsunami. Da war doch was. Bislang waren solche Namensgebungen, die unweigerlich negative Assoziationen wecken, allenfalls aus der düsteren Musikecke à la Rammstein oder Silke bischoff bekannt. Wer dieses Vorgehen allerdings bei der Namensgebung für Produkte und Marken vertritt, kann auch mal versuchen, einen Porsche 9/11 in den USA auf den Markt zu bringen, oder er verkauft Gummistiefel Marke Oderflut und eine Badeanzugserie Ozonloch.


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