Man stelle sich vor, jemand greife auf meinen Rechner zu, bediene sich bei sämtlichen Daten, werte diese aus und schlage Profit daraus. Und am Ende sagt er "War doch gar nicht so schlimm. Dir ist doch kein Schaden entstanden."
So, bzw. so ähnlich äußert sich aktuell auch die SAP AG im Verfahren mit dem Hauptwettbewerber Oracle. SAP war im Frühjahr von Oracle wegen möglicher Industriespionage angeklagt worden und wurde auf Schadenersatz und Rückgabe angeblich zu Unrecht erwirtschafteter Gewinne verklagt. SAP hatte bereits zugegeben, dass es unangemessene Downloads bei Oracle gegeben habe. Oracle sieht hierin diebstahl geistigen Eigentums. SAP strebt nun eine außergerichtliche Einigung mit Oracle an, die so schnell wie möglich
abgeschlossen sein soll. In einem gemeinsamen Termin am morgigen Dienstag soll die Einigung bereits angestrebt werden. Allerdings ist SAP nicht besonders zuversichtlich, dass das schnell gelingen wird. Vielmehr fürchtet das Unternehmen, dass Oracle das Thema möglichst lange in den Medien behandelt wissen möchte. SAP hebt hervor, dass das Unternehmen keine Industriespionage betrieben habe und Oracle auch kein nennenswerter Schaden entstanden sei.
SAP kann das meines Erachtens so lange behaupten, wie das Unternehmen will: Irgendwie kann ich Oracle sehr sehr gut verstehen.