
Eine interessante Studie von Analysten aus dem renommierten Hause Forrester-Research ist mir da aufgefallen: Demnach sei Telefonie über das IP-Protokoll (VoIP) zwar ein großes Thema in der Telekommunikationsbranche, allein seien die notwendigen Programme nach wie vor an technisch versierte User adressiert.
Christoph Römer vom VoIP-Blog sieht diese Einschätzung kritisch. Und sicherlich stimmt es, dass VoIP Riesenvorteile für Unternehmen bieten kann. Vor allem für Unternehmen, die über viele Standorte verfügen oder Mitarbeiter im Aussendienst beschäftigen. Hier lassen sich riesige Einsparpotenziale realisieren.
Aber jetzt kommt eine Einschränkung, die ganz klar auf das Marketing von VoIP-Technologien abzielt: Die Produktpolitik von Software-Anbietern wie Skype, Yahoo, Google, Microsoft und ICQ ist noch zu wenig am Kunden orientiert. Denn: Die Vorteile geringer Preise (Preispolitik) und die Bekanntheit von VoIP inklusive aller Vorteile (Kommunikationspolitik) sind mehr als der Hälfte aller Internetnutzer in Europa bekannt. Auch der Download (distribution) der jeweiligen Software ist sicherlich kein Hemmschuh. Was bleibt ist die Produktpolitik. Und hier nennt Forrester Research glasklare Zahlen:
Während mehr als die Hälfte der europäischen Internet-User mit dem Begriff VoIP etwas anfangen kann, haben lediglich acht Prozent ein entsprechendes Programm getestet. Die Zielgruppe definiert sich durch junge, gut gebildete Männer, die VoIP für kostenlose PC-zu-PC-Telefonate verwenden. Lediglich die Hälfte davon nutzte VoIP-Dienste nach den ersten Tests weiterhin, der Rest gab auf.
Die Gründe dafür sind vielschichtig, lassen sich jedoch hauptsächlich an mangelnder Nutzerfreundlichkeit festmachen. Die Menüs in den Programmen sind kompliziert und verwirrend und die Steuerungselemente nicht intuitiv genug. Weiters stellt der nicht vorhandene, gemeinsame Standard die User vor die unnötige Wahlmöglichkeit, welches Programm verwendet wird.